Wer sich zu tief in den Sumpf der korrekten Deklination hineinwagt, der kann schon mal Gefahr laufen, dabei einfach zu ertrinken. Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen, oder sie zumindest zu vermindern, werden heutzutage kompliziertere Genitivstrukturen einfach vermieden, obwohl man sich ja auch mal dazu informieren könnte.
Ein interessantes Beispiel: diese/r/s ist ein Demonstrativartikel, der genauso wie der bestimmte Artikel dekliniert wird. Ein Beispiel im Singular maskulin: (Nominativ) dieser, (Genitiv) dieses, (Dativ) diesem, (Akkustaiv) diesen. Das heißt, „diesen Jahres“ in „im Sommer diesen Jahres“ ist grammatikalisch falsch. (Ich verweise zu diesem Thema auf das geniale Buch Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod von Bastian Sick, S. 90 Das Verflixte dieses Jahres.) Auf -en enden eigentlich nur die Adjektive (dieses langen Jahres). Eigentlich? Nun ja, da gibt es noch ein paar andere Regeln. Zum Beispiel: Das Indefinitpronomen jede/r/s wird eigentlich auf die gleiche Weise wie die vorhergehenden Artikelwörter dekliniert: „Anfang Oktober jedes Jahres“. Sobald jedoch ein anderes Artikelwort davortritt, welches das Genitivkennzeichen hat („eine-s“), dann verhält sich das Indefinitpronomen auf einmal wie ein Adjekiv: „eines jeden Staatsbürgers“. So ist es bei den Sprechern zu einer Verwirrung gekommen, die Bastian Sick schon ganz gut auszumerzen versucht hat, doch dabei mein zuletzt beschriebenes Beispiel außer Acht gelassen hat.
Außerdem habe ich dann noch eine äußerst interessante pdf-Datei von der Universität Jena im Internet gefunden, die den aktuellen Gebrauch des Genitivs sehr gut widerspiegelt. In ihm habe ich entdeckt, dass es grammatikalisch auch korrekt sein kann, die Genitivendung -n zu verwenden. Trotzdem möchte ich auf einen gewissenhaften Gebrauch des Genitivs hinweisen, wobei die für die Genera Maskulin und Neutrum nun mal ein -s als Kennzeichen verwendet werden sollte.
