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Sprachen, Rechtschreibung

Was ist los in/im Kosovo?

26.02.2008 | Einen Kommentar schreiben

Aber nicht im politischen Sinne, da hierbei noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist, sondern im sprachlichen Sinne, um auf solche Fragen wie diese eine Antwort zu finden: Welches Geschlecht hat Kosovo? Wie heißen seine Einwohner? Was bedeutet das Wort eigentlich? Und: Hat es einen Artikel oder nicht?

Auf die ersten beiden Fragen antwortet uns der DUDEN:

  1. Ko|so|vo; -s, (auch:) der od. das; -[s]: jugoslawische Provinz. (Das müsste allerdings mal aktualisiert werden…)
  2. Ko|so|vo-Al|ba|ner, der; -s, -: Bewohner des Kosovo albanischer Herkunft.
  3. Ko|so|vo-Al|ba|ne|rin, die; -, nen: w. Form zu Kosovo-Albaner.
  4. ko|so|vo-al|ba|nisch <Adj.>: die Kosovo-Albaner betreffend, zu ihnen gehörend.
  5. ko|so|va|risch <Adj.>: den Kosovo betreffend, zu ihm gehörend.

Auf die dritte gibt uns die Wikipedia eine Antwort:

Kosovo

Kos bezeichnet im Serbokroatischen die Amsel. Die Region und die heutige Provinz sind nach Kosovo Polje, dem Amselfeld, bei Priština benannt. Das Wort kosovo ist ein besitzanzeigendes Adjektiv (dt. zur Amsel gehörig) und ist daher ohne zusätzliches polje (dt. Feld) eigentlich unvollständig, hat sich jedoch in dieser Form als Abkürzung eingebürgert.

Auf die letzte Frage (Artikel notwendig oder nicht) gibt uns Bastian Sick eine Antwort, der Autor meines Lieblingsbuchs Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod:

»Zunächst einmal gilt es eine Unterscheidung zu treffen zwischen Landschaftsnamen und Staatennamen. Namen von Landschaften und Regionen werden in der Regel immer mit Artikel genannt: der Breisgau, die Toskana, das Elsass, der Balkan, die Pfalz, das Kosovo.

Staatennamen hingegen sind meistens artikellos: Afghanistan, Deutschland, Österreich, Zypern… Doch es gibt ein paar Ausnahmen: Ist der Name weiblich, so wird er mit Artikel gebraucht: die Schweiz, die Türkei, die Ukraine. Ebenfalls mit Artikel werden Staatennamen im Plural gebraucht: die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Niederlande. Und schließlich steht ein Artikel, wenn der Staatenname männlich ist. Allerdings gibt es keine fest definierte Gruppe von männlichen Staatennamen. Vielmehr haben alle, die hier in Frage kommen, ein schwankendes Genus, sie können sowohl männlich als auch neutral ein. Dazu gehören Irak, Libanon, Jemen, Iran, Sudan, Tschad und Kongo.

Während das Auswärtige Amt empfiehlt, diese Staaten ohne Artikel zu nennen, wird im allgemeinen Sprachgebrauch die Nennung mit Artikel praktiziert. Da heißt es dann entsprechend im Kongo, in den Jemen, aus dem Libanon, durch den Tschad, in den Irak. Auch im SPIEGEL heißt es “der Irak”, dort begründet man es mit dem Arabischen; denn die Iraker selbst nennen ihr Land “al-Irak”.

Es gibt in dieser Frage kein richtig oder falsch; jedem steht es frei, sich im Falle von Irak, Iran etc. zwischen dem traditionellen Gebrauch mit Artikel und dem amtlichen Gebrauch ohne Artikel zu entscheiden.« (Quelle)

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